Zügellos

Da stand ich nun. Nervös rauchend und auf den Mann meiner Träume wartend. Eine Frau nach der anderen verließ den Club und als ich hineinspähte, sah ich, dass nur noch drei Frauen vor Nicolas standen. Jetzt würde es gleich soweit sein. Nach weiteren zehn Minuten, die mir wie eine halbe Ewigkeit vorkamen, trat Nicolas auf mich zu. Er war eine imposante Erscheinung, so aus der Nähe betrachtet. Er überragte mich um einen ganzen Kopf, und durch das hautenge, schwarze Shirt, welches er trug, konnte ich jeden einzelnen seiner Muskeln erkennen. Sein Bauch war sehr flach, doch ich vermutete dort ein gewaltiges Sixpack. Mein Blick rutschte ungewollt noch ein bisschen tiefer, und ich machte große Augen, als ich die Beule in seiner Hose sah. Himmel, dachte ich. Entweder trägt er ein Suspensorium, oder er freut sich, mich zu sehen.

„Bereit?“, richtete Nicolas das Wort an mich, und widerstrebend löste ich meine Augen von seinem Schwanz.

„Ja. Sollen wir irgendwo etwas trinken gehen?“, fragte ich unsicher, doch Nicolas winkte ab.

„Ich dachte mir, ich zeige dir persönlich, woher ich meine Inspiration bekomme. Das Taxi muss gleich da sein.“

Mir wurde etwas mulmig. Was meinte er damit? Wenn ich an seine Bücher dachte, ahnte ich bereits, was er damit sagen wollte. Aber er hatte doch nicht tatsächlich vor, diese Dinge mit mir persönlich auszutesten, oder?

„Wohin fahren wir?“ Sollte ich mich wirklich darauf einlassen?

„Lass dich einfach überraschen“, gab er zurück und sah mir tief in die Augen.

Ich schluckte. Da war er wieder. Dieser durchbohrende Blick, der wie ein Laserstrahl durch meine Eingeweide schoss. Das Taxi fuhr vor, und Nicolas hielt mir die Tür auf. Ich schlüpfte auf den Rücksitz, und Nicolas nahm neben mir Platz. Er teilte dem Fahrer kurz die Adresse mit und lehnte sich entspannt zurück. Er hatte einige Probleme, seine langen Beine zu sortieren, während ich angestrengt aus dem Fenster starrte.

„Du hast einen tollen Körper“, sagte er plötzlich, und ich sah, dass der indische Taxifahrer mir einen Blick durch den Rückspiegel zu warf.

„Danke“, murmelte ich und verkrampfte mich noch mehr.

„Was mich vorhin schon interessiert hat“, fuhr Nicolas fort und beugte sich dicht an mein Ohr. „Dein Tattoo.“ Seine Hand schnellte vor und berührte meinen Bauch, genau dort, wo das Schlangentattoo sich um den Nabel wand.

Ich sog die Luft ein und hörte Nicolas leise lachen.

„Gehe ich recht in der Annahme, dass ihr Kopf auf deiner Fotze liegt?“

Ich atmete schneller, und mein Herz raste. Noch hatte ich die Möglichkeit, einfach auszusteigen. Nie zuvor hatte jemand so mit mir geredet. Der Taxifahrer sah mich erneut an, und ich meinte, eine Spur von Besorgnis in seinem Blick zu erkennen.

„Ja“, hauchte ich, denn trotz meiner Bedenken machte mich Nicolas‘ Berührung und seine derbe Wortwahl an.

„Ich freue mich darauf, es zu sehen“, raunte er mir zu, und sein Atem rann wie heißer Nektar an meinem Hals hinunter.

Tina hatte also Recht behalten. Es ging tatsächlich nicht um ein Interview, sondern um Sex. Hatte ich mir das auch genau überlegt? Ein Mann, der eine Frau beim ersten Treffen so ansprach, war mit Sicherheit kein romantischer Liebhaber.

Nicolas ließ seine Hand weiter auf meinem Bauch und streichelte ihn. Mit dem Daumen fuhr er ein Stückchen unter meinen Hosenbund, und ich stöhnte leicht auf. Der Fahrer stellte sein Radio lauter und sah demonstrativ auf die Straße. Nicolas grinste und öffnete den Knopf an meinen Hot Pants. Mir schwirrte der Kopf, und ich war froh, dass es dunkel war. Seine Hand wanderte verwegen in meine Hose, während er seine Zunge in mein Ohr steckte. Ich wurde augenblicklich wieder feucht und schloss die Augen. Mit der Spitze seines Zeigefingers strich Nicolas leicht durch meine Spalte und massierte dann meinen Kitzler. Mein Körper gehörte nicht mehr mir. Er machte, was er wollte, und er wollte Nicolas. Ich rutschte tiefer in den Sitz, sodass seine Finger freie Bahn hatten. Vergessen war der Taxifahrer, der seine Hände um das Lenkrad gekrallt hatte, sodass seine Fingerknöchel weiß hervortraten.

„Du läufst ja fast aus“, murmelte Nicolas, während seine Zunge um meine Ohrmuschel fuhr.

 

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