Zügellos

Titel von ZügellosZügellos – 5 sexy Kurzgeschichten

eine erotische Anthologie

von Ava Pink

 

In fünf Geschichten erzählt Ava Pink die Geschichte von fünf Frauen, die auf der Suche nach heißem, zügellosen Sex sind.

Auf einer ausgefallenen Sexorgie der besseren Gesellschaft erlebt die junge Delia lustvolle erotische Spiele.

Kira lernt einen Soldaten kennen, der mehr als nur eine Waffe meisterhaft bedienen kann.

Naomi lernt einen Mann kennen, dessen bloßer Anblick die wildesten Sexfantasien entlockt – nur dumm, dass es ausgerechnet der Ehemann der neuen Chefin ist.

Mia, eine eingefleischte Singlefrau hat in ihrem Nachbarn Lukas ein neues Lustobjekt gefunden.

Chloe trifft auf ihren Lieblingsautor und ahnt nicht, dass sie Teil seines nächsten bizarren Romans sein wird.

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Leseprobe: Gothicgirl

aus der Anthologie Zügellos

(mit freundlicher Genehmigung der Autorin Ava Pink)

 

„Was ist los?“, fragte Tina leicht irritiert. „Ich dachte, du warst so versessen darauf, mit ihm zu reden.“

„Ja, na klar“, erwiderte ich und erhob mich. Mit weichen Knien wankte ich ebenfalls zur Bühne und reihte mich in die Menschenschlange ein.

Wir warteten etwa eine halbe Stunde, dann war ich endlich an der Reihe. Als ich vor dem kleinen Tisch stand, an dem Nicolas die Autogramme gab, blickte er nicht auf, sondern streckte nur die Hand nach meinem Buch aus.

„Chloe“, kam es schüchtern über meine Lippen, und ich reichte ihm das Buch.

Er schrieb „Für Chloe, von Nicolas“ auf die erste Seite und sah mich dann doch an. Mir kam es vor, als husche ein kleines Lächeln über sein Gesicht, als er mich erkannte. Vielleicht wünschte ich mir aber auch nur, dass er lächelte.

„Chloe“, echote Nicolas, und mir wurde wieder unsagbar heiß.

Die Art, wie er meinen Namen aussprach, brachte meine Nippel wieder dazu, sich verräterisch durch das Top zu drücken. Verdammt, dachte ich und wollte verlegen nach dem Buch greifen. Nicolas ließ seinen Blick über meinen Körper gleiten, blieb kurz an meiner Brust hängen und grinste schief.

„Freut mich auch, dich kennenzulernen, Chloe“, sagte er, und ich verstand diese Anspielung sofort.

Mein Gesicht nahm die Farbe reifer Tomaten an, und ich wäre am liebsten im Boden versunken.

„Ich, äh, bin Bloggerin. Für Bücher“, stammelte ich. Idiotin! Für was auch sonst? Topfpflanzen?

„Ich wollte fragen, ob Sie vielleicht bereit wären, mir ein Interview zu geben? Für den Blog. Aber wenn Sie keine Zeit haben, verstehe ich das auch. Dann kann ich Ihnen vielleicht mal eine E-Mail schicken. Mit Fragebogen.“ Halt endlich deine Klappe, dachte ich ärgerlich, doch ich hörte nicht auf mich.

„Mich würde wirklich interessieren, woher Sie Ihre Inspiration nehmen. Ich meine, Ihre Geschichten sind schon sehr speziell, oder?“

Nicolas sah mich einen Moment amüsiert an. Er musste mich für total meschugge halten, was ich zweifelsohne auch war.

„Wenn ich hier fertig bin, würde ich dir gerne ein paar Fragen beantworten“, sagte Nicolas und ich dachte, meinen Ohren nicht zu trauen.

„Wirklich?“, entfuhr es mir und biss mir auf die Zunge.

„Ich brauche noch etwa eine Stunde, dann habe ich Zeit. Wenn du solange warten willst.“

Ob ich warten wollte? Eine lächerliche, winzige Stunde? Ich hätte auch drei Tage auf ihn gewartet, an Ketten gefesselt und nur mit Wasser und Brot.

„Das kann ich einrichten“, antwortete ich stattdessen und hoffte, meine Stimme würde nicht verraten, was ich wirklich dachte.

„Schön“, sagte Nicolas schlicht. „Dann sehen wir uns gleich.“

Er signierte schnell Tinas Buch und nickte mir noch einmal zu. Ich kniff Tina in den Arm, als wir von der Bühne gingen. In meinem Gesicht machte sich ein Grinsen breit, und ich befürchtete, es würde dort auf ewig eingemeißelt bleiben.

„Hast du das gehört?“, fragte ich aufgeregt. „Er gibt mir ein Interview. Ich dreh gleich durch.“

„Ganz ehrlich, Chloe? Für mich sah das so aus, als will er mehr als nur ein Interview. Er hat dich ja fast mit den Augen ausgezogen – wobei das da“, sie zeigte auf meinen Busen, „ja auch kaum zu übersehen ist.“

„Na, und wenn schon“, gab ich kichernd zurück. „Stell dir doch nur mal vor. Ich mit Nicolas Carrington im Bett. Das werde ich dann natürlich nicht in meinen Blog schreiben.“

Tina blieb abrupt stehen und packte meine Arme. Ich wunderte mich immer wieder, was in dieser kleinen Person für eine Kraft steckte.

„Autsch“, entfuhr es mir, und sie lockerte ihren Griff ein wenig.

„Süße, ich will dir bestimmt nicht den Spaß verderben, aber der Kerl ist echt unheimlich. Ich finde, er hat alles andere als eine sympathische Ausstrahlung.“

„Ich finde ihn sexy“, sagte ich steif und versuchte, mich von ihr los zu machen.

„Ja, das ist er auch“, antwortete Tina. „Aber irgendwie …, ach ich weiß auch nicht. Es ist nur so ein Gefühl. Willst du, dass ich mitkomme?“

Ich schüttelte den Kopf, und Tina seufzte hilflos.

„Dann ruf mich wenigstens zwischendurch an, ob alles in Ordnung ist.“

„Ja, Mama“, erwiderte ich genervt.

„Chloe, ich meine es ernst. Wenn der Kerl dir zu nahe kommt, ruf mich an. Ich trete ihn dann da hin, wo es richtig weh tut.“

Mir entfuhr ein Lachen. Mit Tina war nicht gut Kirschen essen, wenn sie erst einmal in Fahrt war. Ich versprach ihr hoch und heilig, mich bei ihr zu melden und nur das zu tun, was ich auch wirklich wollte. Wenig überzeugt verabschiedete sie sich von mir und brauste kurze Zeit später mit ihrem Mini an mir vorbei.

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