Insel der Göttinnen

Er bearbeitete ihn kräftig, bis der Prügel steif in die Höhe stand. Dann trat er unter die Dusche und schäumte sich ordentlich mit Duschgel ein. Sein Schwanz flutschte jetzt nur so in seiner Hand, und während der heiße Wasserstrahl auf seinen Rücken prasselte, wichste Til seine stehende Lanze. Mit einer Hand stützte er sich an der Duschkabine ab, mit der anderen rieb er die dicken Adern und stellte sich vor, in irgendeiner Frau zu stecken. Er stöhnte auf. Morgen würde er an einem Hafen Halt machen und sich eine Schlampe suchen, die er richtig bumsen konnte. ‚Scheiß auf Mark‘, dachte er wütend und umschloss seinen Schwanz immer härter, bis er gegen die Duschwand abspritzte. Er holte auch noch den letzten Tropfen aus sich heraus, ehe er sich wieder der Körperpflege widmete.

Nachdem er sich angemessen gereinigt und angezogen hatte, ging Til zurück in die Kombüse, wo der dampfende Kaffee in der Maschine stand. Er schüttete sich eine Tasse ein und holte aus dem Schrank eine Flasche Jack Daniels. Den ersten Schluck nahm er direkt so, einen weiteren ordentlichen Schuss kippte er in den Kaffee und hielt sich dann wieder die Flasche an den Mund.

„Kein Alkohol, keine Frauen, keine Witze. Du solltest Mönch werden, Mark“, murmelte er und schwankte plötzlich erneut. Dieses Mal kam es allerdings nicht nur vom Alkohol, sondern die Yacht schaukelte wirklich bedrohlich. Mit der Kaffeetasse in der Hand, torkelte Til an Deck, wo Mark stand und in den Himmel schaute.

„Was gibt es denn zu glotzen?“, fragte Til und nippte an dem heißen Kaffee.

„Das, was ich dir vorhin gesagt habe. Ein Unwetter“, antwortete Mark und streckte den Arm aus. „Siehst du die dunklen Wolken? Sie kommen direkt auf uns zu.“

„Scheiße, wir werden alle sterben“, rief Til theatralisch. „Mach dir nicht ins Hemd, Alter. Das ist nur ein kleines Gewitter und wird schon nicht so schlimm werden.“

Wieder preschten Wellen gegen das Boot und warfen es hin und her. Die beiden Männer griffen gleichzeitig nach der Reling, um nicht umzufallen.

„Nur ein kleines Gewitter, also?“, sagte Mark sarkastisch. „Ich für meinen Teil gehe nach unten und hör noch mal den Funk ab. Kommst du mit?“

„Nee“, erwiderte Til und fummelte einen Joint aus seiner Hosentasche. „Später vielleicht, aber erst einmal will ich mich noch ein bisschen mit meinen beiden Freunden Jack und Mister Hasch unterhalten. Ich komme gleich nach.“

Mark zog skeptisch die Augenbrauen in die Höhe, verschwand dann aber. Til hingegen lehnte lässig an der Reling, in der einen Hand die Kaffeetasse und in der anderen den Joint, und wankte hin und her. Der Himmel zog sich immer weiter zu, und die ersten dicken Tropfen fielen auf die Yacht. Til ließ sich jedoch nicht beirren, sondern versuchte, den Joint zu entzünden.

In dem Moment, als er sein Zippo zurück in die Hosentasche stopfte, wurde das Boot von einer großen Welle erfasst. Til verlor den Halt und fiel der Länge nach hin. Die Tasse zerschellte auf dem Boden, und der Joint flog aus seinem Mund. Mühsam versuchte Til sich aufzurappeln, doch der Wind wurde immer stärker, und die Wellen schlugen nun unaufhörlich wütend gegen die Yacht. Til rief nach Mark, doch seine Schreie gingen im Sturm unter.

Als er endlich wieder auf den Füßen stand und schon durchatmen wollte, knallte erneut eine Welle gegen das Boot, und Til ging über Bord. Er war auf einen Schlag nüchtern, doch diese Tatsache half ihm nichts mehr. Wie verrückt ruderte er mit den Armen und hatte Mühe, sich über Wasser zu halten. Er brüllte und schrie wie am Spieß, doch der Wind verschluckte alle Geräusche. Panisch paddelte er zum Boot zurück und versuchte sich irgendwo hochzuziehen, doch vergeblich. Die nächste Welle schleuderte ihn erneut vom Boot weg und zog ihn in die Tiefe. Dann wurde es schwarz vor seinen Augen.

 

Til erwachte mit dröhnenden Kopfschmerzen. Seine Augenlider flatterten, als er versuchte, zu blinzeln. Helles Sonnenlicht stach in seine Augen, und er stöhnte gepeinigt auf. Langsam rollte er sich auf die Seite und hielt sich den brummenden Schädel.

„Scheiß Alkohol“, murmelte er. „Mark“, rief er laut, doch niemand antwortete.

Erst jetzt öffnete er seine Augen komplett und stellte fest, dass er sich nicht mehr auf der Yacht befand, sondern an irgendeinem Strand lag. Langsam dämmerte es ihm. Das Unwetter, der Sturm, und er war über Bord gegangen.

„Verdammter Mist“, fluchte er und sprang auf. Ihm war jedoch so schwindelig, dass er rücklings wieder zu Boden ging.

Plötzlich meinte Til Stimmen zu hören. Leises Kichern und Lachen scholl über den Strand.

„Hallo?“, rief er zaghaft, und dann noch einmal lauter: „Hallo!“

Wie aus dem Nichts tauchten ein halbes Dutzend Frauen auf, alle gekleidet in langen, weißen Gewändern und mit kunstvoll aufgetürmten Frisuren. Sie bildeten einen Kreis um den am Boden liegenden Til und blickten ihn interessiert an. Eine nach der anderen kniete sich nieder und fasste in sein Haar oder berührte sein Gesicht. Sie schnatterte alle durcheinander, so dass Til nicht ein einziges Wort verstand.

„Hey“, sagte er empört, als sich eine der Frauen an seiner Jeans zu schaffen machte. „Kann mir mal eine von euch Mädels sagen, wo ich bin und wer zum Teufel ihr seid?“

„Du bist auf der Insel der Göttinnen“, erklärte eine hübsche Rothaarige kichernd. „Wir haben so lange auf dich gewartet.“

„Auf mich?“, gab Til verständnislos zurück.

„Aber ja doch“, sagte eine Blondine mit verführerischen Brüsten, welche sich durch ihr dünnes Gewand drückten. „Du bist doch ein Schiffbrüchiger, oder nicht?“

Til nickte und glaubte für einen Moment, sein Schädel würde platzen. Wo zur Hölle war er gelandet?

„Gibt es hier ein Telefon? Ich muss die Küstenwache verständigen.“

Wieder kicherten die Frauen und halfen ihm auf die Füße.

„Was ist ein Telefon?“, fragte die Rothaarige und schmiegte sich an ihn.

„Was ist ein…? Wollt ihr mich veralbern?“, entgegnete Til gereizt und schob das Mädchen zur Seite.

„Komm!“, forderte ihn die Rothaarige auf. „Wir bringen dich in unseren Garten, wo du dich erholen kannst. Wir werden uns gut um dich kümmern.“

Die anderen Frauen lachten wieder und scherten sich nicht um Tils Widerstand. Sie schleiften ihn hinter sich her, weg vom Strand, hinein in einen Dschungel. Leichtfüßig tänzelten sie um ihn herum, wuschelten durch sein Haar und zwickten in seinen Po, während sich Tils Gedanken überschlugen.

Von den Frauen ging ein betörender Duft aus. Wie ein bunter Früchtekorb mit einer sinnlichen Note von Moschus und Gewürzen, die ihm fast die Sinne raubten. Alles roch gut auf dieser merkwürdigen Insel, selbst die Luft verströmte einen fast spürbaren Duft. Um ihn herum war ein Wirrwarr von Geräuschen. Eine Symphonie aus den Klängen von Vögeln, Wasserrauschen und den feinen Stimmen seiner Begleiterinnen.

Die Blondine, mit den perfekten Brüsten, ging voran und teilte Palmenzweige, die den Weg versperrten. Til stockte der Atem, als er sah, was sich dahinter befand. Es war ein Garten, so groß und wunderschön, wie er es noch nie gesehen hatte. Hier blühten seltene Pflanzen, mannshohe Blumen und Bäume. In der Mitte befand sich ein See mit kristallklarem Wasser, von einem rauschenden Wasserfall gespeist, der aus einer Bergwand in die Tiefe stürzte. Die Sonne erhellte und wärmte diesen merkwürdigen Ort auf eine geradezu perfekte Weise. Kleine Lichter tanzten auf den Blütenblättern, und bei genauerer Betrachtung stellte Til fest, dass es sich um kleine Wesen handelte, die ihn neckisch anlächelten.

„Das sind winzige Frauen“, stellte Til verwundert fest.

„Das sind Feen“, erklärte die Rothaarige und fasste ihn bei den Händen. „Komm weiter! Wir werden dir ein Bad machen und dich verwöhnen.“

Til gab sich geschlagen. Was auch immer das hier für ein Ort war, es schien sein persönlicher Himmel zu sein. Gemeinsam mit der Rothaarigen, die den Namen Dira trug, schlenderte er über gewundene Pfade, vorbei an Pfauen und saftigen, grünen Wiesen, auf denen schneeweiße Pferde grasten. Der ganze Garten wimmelte nur so von Frauen, die ihm begeistert zuwinkten. Sie legten Til Blumenkränze um den Hals und küssten ihn ohne Scheu.

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Ein Kommentar

  1. Annette Annette sagt:

    Tja, da konnte der Gute nicht genug bekommen und jetzt sieht er mal, wie es ist 🙂

    Hat mir gut gefallen, die Geschichte und die Art zu schreiben, da freue ich mich auch schon auf mehr ….

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