Lustbeweise

 

Hannahs Augen leuchteten. Dorthin wollte sie schon immer einmal reisen, aber als Studentin war ihr Budget knapp bemessen. Tim hingegen war Fonds-Manager und verdiente recht gut. Sie brauchte daher kein schlechtes Gewissen zu haben ihren Gewinn einzufordern. Und sie würde gewinnen, davon war Hannah absolut überzeugt.

Tim fuhr jetzt fort:

„Gut, hätten wir das also geklärt.“

„Was willst du denn von mir haben, wenn ich versagen sollte?“

Tim sah sie ernst an.

„Gar nichts. Mir reicht die Genugtuung, dass ich recht hatte- und sollte dem nicht so sein, bin ich auf jeden Fall auf meine Kosten gekommen, glaube mir.“

Hannah war jetzt doch ein wenig verunsichert. Was hatte er mit ihr vor? Auf der anderen Seite kannte sie Tim schon seit ihrer Kindheit. Er würde sie schon nicht vierteilen und im Rhein versenken. Als hätte er ihre Gedanken erraten, fügte Tim hinzu:

„Du musst mir einfach vertrauen. Ich werde nichts tun, was dir wehtut. Und bevor du fragst: Irgendwelche Spielchen mit Exkrementen lehne ich ab.“

Ok, keine Schläge, keine ekelhaften Schweinereien. Alles andere konnte doch nicht so schlimm werden, oder?

„Und wie soll dieses Wochenende genau ablaufen?“

„Ich werde dir eine Art Einladung schicken. Darin findest du Informationen zu den einzelnen Mottos sowie eine Einkaufsliste. Sämtliche Kosten, die dir dadurch entstehen, übernehme selbstverständlich ich.“

Aha. Hannah wurde immer neugieriger. Gegen hübsche neue Unterwäsche hatte sie nichts einzuwenden- das war es doch sicher, was sie einkaufen sollte, oder?

„Und werde ich mit dem Hubschrauber abgeholt?“

„Häh?“ Tim schaute sie verständnislos an.

„Schon gut. War ein Witz.“

„Ok, also ist unser Deal perfekt?“

Tim reichte Hannah seine Hand.

„Ja. Ich bin bereit.“

Sie hoffte inständig, dass sie morgen, wenn sie komplett nüchtern ihrer Literatur-Vorlesung lauschte, auch noch so dachte.

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